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Einleitung
Merkmale
Schlüssel
Synopsis
Literatur

Einleitung

Diese Seite gibt eine Zusammenfassung der Sektionen Psilocybe und Coprophila der Gattung Psilocybe (Kahlköpfe). Diese Gruppen umfassen die frühere Gattung Deconica. Sie haben relativ kleine Sporen. Diese Kahlköpfe sind Saprophyten und wachsen auf abgestorbenem organischen Material: Pflanzen-oder Holzteilen und was die Sektion Coprophilae angeht auch auf dem Kot von Pflanzenfressern. Außerdem umfaßt sie zwei Arten, die früher bei Melanotus untergebracht waren. Experimentelle Studien haben belegt, daß diese sehr eng mit den Arten der Sektion Psilocybe verwandt sind und sich nur durch den exzentrischen oder seitlichen Stiel unterscheiden. Die halluzinogenen Arten um P. semilanceata und P. cubensis sind also nicht inbegriffen. Diese werden in einer späteren Webseite behandelt

DIAGNOSTISCHE MERKMALE VON PSILOCYBE:

1. Hutoberfläche: Viele Kahlköpfe haben einen klebrigen Hut. Es ist sehr wichtig, ob man die Huthaut ganz als dünne, durchsichtige Haut abziehen kann. Solche Huthaut nennt man abziehbar.

2. Anwesen- oder Abwesenheit eines Velums, das bei ausgewachsenen Exemplaren als feine Flocken am Hutrand sichtbar sein kann oder auch als flüchtige Zone am Stiel und selten sogar zu einem Ring geformt. Manchmal ist die Hutoberfläche mit Velum bedeckt, das als feiner puderiger Belag erscheint. (Beispiel: P. castanella)

3. Farbe der reifen Lamellen: Die Sektion Psilocybe läßt sich in zwei Gruppen einteilen. Die Gruppe um P. inquilinus hat dünnwandige Sporen, die als Masse hellbraun sind. Die Lamellen in dieser Gruppe sind bei der Reife meist hell. Bei der zweiten Gruppe um P. montana sind die Sporen dickwandig und die Lamellen sind in der Reife violettbraun bis fast schwarz.

4. Sporen: Neben der Größe ist die Form der Sporen sehr wichtig. Viele Arten haben abgeflachte Sporen: die Seitenansicht ist viel schmaler als die Vorderansicht. Umso größer diese Differenz ist, umso mehr sind sie abgeflacht. In diesem Fall findet man mehr Sporen im Präparat, die auf der breiten Seite liegen. Bei P. phyllogena können dies bis zu 90% sein.

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Schlüssel zu den europäischen Arten

1.Habitus crepidotoid (auf dem Substrat sitzend oder mit kurzem seitlichem Stiel)

2

1. Habitus mycenoid oder collybioid (mit schlankem zentral angeheftetem Stiel)

3

2. Hut lederartig, trocken, nicht durchscheinend gerieft, wiederauflebend nach Trockenheit, auf diversen, auch anthropogenen Substraten wie Holz, alten Zeitungen und Kokosmatte

P. horizontalis

2. Hut weich, nicht lederartig, klebrig, durchscheinend gerieft; auf Gräsern, Seggen, manchmal auf Pflanzenstengeln

P. philipsii

3. Arten mit kleinen Sporen: 5.5-7.0 µm lang

4

3. Arten mit größeren Sporen

5

4. Sporen ohne oder mit sehr kleinem Keimporus; ohne Velum

P. micropora

4. Sporen mit deutlichem Keimporus; Hutrand und Stiel mit Resten des Velums

P. xeroderma

5. auf Mist wachsend und Sporen größer als 10 µm

6

5. auf Gräsern, krautigen Pflanzen oder Holz; nicht oder nur selten auf Mist und dann Sporen kürzer als 10 µm

10

6. Velum vorhanden und als Ring oder Ringzone am Stiel sichtbar und manchmal auch als Flocken am Hutrand

7.

6. Velum fehlend

9.

7. Sporen in der Vorderansicht oval, nicht eckig

P. merdicola

7. Sporen in der Vorderansicht eckig-höckerig

8.

8. Ringzone faserig, oft in der unteren Stielhälfte; Sporen 11.0-12.5 x 7.5-9.0 x 7.0-8.0 µm

P. merdaria, Dungkahlkopf

8. Ringzone häutig, selten faserig, meist in der oberen Stielhälfte, Sporen 13-17 x 8.5-11 x 7.5-9.5 µm

P. moelleri, beringter Dungkahlkopf

9. Sporen in der Vorderansicht sechseckig, 10-14 µm lang

P. coprophila, Mistkahlkopf

9. Sporen in der Vorderansicht oval, 15-19 µm long

P. subcoprophila, Großsporiger Mistkahlkopf

10. Sporen im Schnitt 7 - 9 µm lang

11.

10. Sporen im Schnitt länger als 9 µm

23.

11. Pleurozystiden zahlreich; Hut und Stiel fein flockig; Sporen stark abgeflacht, rautenförmig

P. flocculosa

11. Pleurocystidia fehlend

12.

12. Sporen dünnwandig oder mit leicht verdickten Wänden, Lamellen hell

13.

12. Sporen mit deutlich verdickten Wänden, Lamellen dunkel purpurbraun bis schwarzbraun bei Reife

17.

13. Huthaut völlig als dünne, durchscheinende Haut abziehbar; Sporen mitra- bis rautenförmig in der Vorderansicht

14.

13. Huthaut nicht völlig abziehbar; Sporen ellipsoid bis eiförmig in der Vorderansicht

15.

14. Auf abgestorbenen Gras- und Seggen; Velum bei reifen Fruchtkörpern nicht mehr zu sehen, allerhöchstens als Fäden am Hutrand; Sporen im Schnit 7.8-8.6 µm lang

P. inquilinus, Gemeiner Kahlkopf

14. Auf abgestorbenem Holz; Velum bleibend und sichtbar an Stiel und Hutrand; Sporen im Mittel 6.0-7.6 µm lang

P. crobula

15. Velum deutlich sichtbar als faserige bis fast häutige Cortina zwischen Hut und Stiel sichtbar und bleibend, später als Flocken am Hutrand sichtbar; Sporen oft mit Papille; zwischen Carex in subalpinen Mooren

P. velifera

15. Velum fehlend oder weniger entwickelt; in anderen Habitaten wachsend

16

16. Velum fehlend; auf Grasresten an reichen, nitrophilen Stellen; Sporen deutlich abgeflacht

P. subviscida var. subviscida

16. Hut trocken; Velum als Reif oder kleine Flocken auf dem ganzen Hut sichtbar, später als Flocken am Hutrand; auf Wiesen; Sporen nicht deutlich abgeflach


P. castanella, Kastanienkahlkopf

17.die meisten Sporen in der Vorderansicht mitraförmig oder rhomboid

18.

17. Sporen in der Vorderansicht eiförmig oder weniger als 50% mitraförmig oder rautenförmig

20.

18. Hut klebrig, in der Mitte glatt und nur am Rand ein paar Velumreste

P. phyllogena, Rautensporiger Kahlkopf

18. Hut trocken, mit faserigen oder flockigen Velumresten

19.

18. Ohne Pleurozystiden

P. rhomboidospora

19. Mit Pleurozystiden

P. flocculosa

20. Hutrand mit deutlichem Velum, meist als Flocken auf und an dem Rand

21.

20. Hut ohne Velum

22.

21. Zwischen Moosen wachsend, meist auf armen sandigen Böden

P. montana, Sandtrockenrasen- Kahlkopf/ Trockener Kahlkopf

21. Parasit auf Polytrichum in der alpinen Zone

P. chionophila , Parasitischer Mooskahlkopf

22. an nitrophilen Stellen auf Pflanzenresten wachsend, auch auf Stoh und altem Mist; Cheilozystiden zugespitzt

P. subviscida var. velata (= P. bullacea

22. Zwischen Moosen in feuchten Weiden; Cheilozystiden kopfig

P. magica.

23.Hut trocken

P. montana var. macrospora

23. Hut klebrig mit abziehbarer Huthaut

24.

24. Sporen 8.5-11 x 4.5-6.5 µm,, mit etwas verdickter Wand; auf Fichtenholz

P. tenax

24. Sporen 8.5-12 x 6.0-7.5 x 5.5-6.5 µm, mit sehr dicker Wand; zwischen Strandroggen (Elymus arenarius) in den Dünen an der Küste

P. pratense

SYNOPSIS DER EUROPÄISCHEN KAHLKÖPFE DER SEKTIONEN PSILOCYBE UND COPROPHILAE

sektion Psilocybe

P. inquilinus
P. crobula
P. castanella
P. subviscida var. subviscida
P. subviscida var. velata
P. velifera
P. montana var. montana
P. montana var. macrospora
P. chionophila
P. micropora
P. xeroderma
P. magica
P. phyllogena
P. rhomboidospora
P. flocculosa
P. pratensis
P. tenax
P. philipsii
P. horizontalis

sektion Coprophilae

P. coprophila
P. moelleri
P. merdaria
P. merdicola
P. subcoprophila


Literatur

Boekhout, T. & al. in press. Noordeloos, M.E. 1999. Strophariaceae. In Bas & al., (ed.) Flora agaricina neerlandica, vol. 4. Balkema.
Noordeloos, M.E. 2001. Studies in Psilocybe sect. Psilocybe. Österreichische Zeitschrift f. Pilzkunde 10: 115-181.