WIE SAMMELN?
Gutes Material erleichtert die Identifikation. Es gelten folgende
Empfehlungen:
● Sammle nur frische Exemplare, am besten junge und alte Fruchtkörper.
Achte darauf, den ganzen Fruchtkörper mit der Stielbasis zu nehmen.
● Paß auf, daß keine Arten vermischt werden. Viele Entoloma-Arten,
besonders solche auf Wiesen, stehen auf engstem Raum zusammen. ●
Mach Notizen zum Fundort: Art der Vegetation, dominante Bäume,
Büsche, Pflanzen, Moose. Mach eine Beschreibung vom Bodentyp oder
mach ein Farbfoto, wenn möglich
● Achtung auf Farbänderungen durch den Transport und Aufbewahrung.
Bei vielen Arten kann sich die Farbe schnell ändern - nicht nur wegen des
hygrophanen Charakters des Hutes, sondern besonders feine Farbtöne
(vor allem blau, violett, rosa etc.) können sich ändern oder
verschwinden. Am besten notiert man bereits im Gelände die Farbtöne,
vergleicht mit Farbtafeln und macht eine Farbfoto.
●Transportiere die Fruchtkörper jeder Kollektion separat in kleinen
Schachteln, die mit etwas Moos oder anderem weichen Material
gepolstert sind, so daß sie unversehrt zu Haus ankommen. Sammle
kleine Arten niemals in einem Korb.
●Vermerke Geruch und Geschmack im Gelände und vergleiche dann mit
dem Geruch und Geschmack nach dem Transport in einer kleinen
Schachtel. Die Temperatur kann einen großen Einfluß auf diese Merkmale
haben.

ZU HAUSE
Falls Du den Namen der Art später trocken bestimmen möchtest oder
falls du Material im Herbar aufbewahren möchtest, fertige eine
vollständige Beschreibung aller makroskopischen Merkmale, die bei
Trockenheit verschwinden, an. Skizziere den Habitus. Das ist sehr
nützlich, selbst, wenn man ein Foto gemacht hat. Denn auch, wenn
dieses sehr gut ist, können wichtige Merkmale oft nicht sicher erkannt
werden. Mach eine Beschreibung zu jeder Sammlung, dadurch werden
Vergleiche und die Bestimmung einfacher.
Es gibt hier mehrere Wege, aber es ist wichtig, es immer auf die selbe
Art und Weise zu machen. Manche Leute nehmen vorgedruckte Bögen,
andere schreiben die Merkmale jeder Kollektion auf. Einer der Vorteile
eines vorgedruckten Bogens ist, daß man nicht so leicht ein Merkmal
vergißt. Bei einer formlosen Beschreibung nimm immer die selbe
Reihenfolge. Auch das hilft, nichts zu vergessen. Für Entoloma nimmt
der Autor folgende Reihenfolge seiner Beschreibungen:
Der Beschreibung soll folgenden Elemente enthalten:
Hut: Größe in cm; Form; Rand; Mitte; hygrophan oder nicht;
durchscheinend gerieft oder nicht; Farbe wenn feucht; Farbe, wenn
trocken; Oberflächenstruktur.
Lamellen: Abstand voneinander; besser L=00-00 (Zahl der ganzen
Lamellen), I=00-00 (Zahl der kurzen Lamellen), Ansatzstelle am Stiel;
Form; Farbe der Seite; Form und Farbe der Schneide; andere
Merkmale: Adern an den Seiten (transvenös) oder Adern zwischen den
Lamellen (intravenös).
Stiel: Größe in mm, Länge und Durchmesser; Form: zylindrisch,
zusammengedrückt, etc.; Form der Basis: geschwollen etc.; Farbe;
Oberflächenstruktur: glatt, faserig-gerieft, schuppig etc.; Basalfilz;
Fleisch: Farbe, Konsistenz; Geruch, Geschmack; Sporenfarbe
(Abwurfpräparat).
TROCKNEN UND AUFBEWAHRUNG VON TROCKENMATERIAL
Um sicher zu gehen, daß die frisch gesammelten Arten auch trocken
untersucht werden können, ist es wichtig, sie so schnell wie möglich
nach dem Sammeln und Beschreiben zu trocknen. Benutze einen
Trockner mit guter Lüftung und mittlerer Temperatur, am besten nicht
über 40 Grad Celsius.
Bewahre das Material nach dem Trocknen in
Umschlägen mit einem Etikett auf. Schreibe auf dieses Etikett mit festem
Stift folgende Daten: Name des Pilzes, Name des Sammlers, Name des
Bestimmers, Datum des Fundes, Name des Fundortes, Koordinaten des
Fundortes, ökologische Angaben, Datum und Sammelnummer. Im Fall,
daß Du Notizen und Beschreibungen einzeln aufbewahrst, gib allem
dieselbe Sammelnummer.
Lager Dein Herbar an einem kühlen trocknen
Ort. Paß auf vor Insekten. Drei Tage bei minus 25 Grad Celsius in der
Tiefkühltruhe scheint eine gute Methode zu sein, Larven im Pilz
abzutöten.
Mikroskopieren
Um die verschiedenen mikroskopischen Merkmale zu untersuchen, sind
folgende Methoden empfehlenswert:
Sporen, hymeniale Strukturen wie Basidien, Zystiden und auch
Schnallen:
Mit Kongorot anfärben (1% Kongorot in Ammoniak)
●Frischmaterial: leg ein Stück Lamelle in Kongorot, laß es dort ein paar
Minuten und betrachte es.
●
Trockenmaterial: leg ein Stück Lamelle in Kongorot und laß es dort ein
paar Minuten. Möglicherweise ist es nötig bei Altem und schlecht
getrocknetem Material über einer kleinen Flamme aufzuwärmen.
Entferne das Kongorot mit einem Papiertuch und ersetze es durch 5-
10%ige Kalilauge. Nun kannst du es betrachten.
Achte in beiden Fällen darauf, das Deckgläschen nicht zu sehr zu
drücken, damit das Stück nicht zu sehr gequetscht wird. Betrachte es
erst in kleiner Vergrößerung um das Objektiv auf die Strukturen, die du
betrachten möchtest einzustellen. Wenn du sie nicht sofort gut erkennen
kannst, drück leicht auf das Deckgläschen bis die hymenialen Elemente
im Medium frei liegen. Kalilauge (KOH) vereinfacht dies.
Huthaut und Pigmente
Huthaut und Pigmente:
● Frischmaterial: Mache einen radialen Schnitt der Huthaut und betrachte
es in Wasser, oder besser in gesättigter Zucker- oder Salzlösung, um die
intrazellulären Farbstoffe besser sichtbar zu machen.
● Trockenmaterial: Mache einen radialen Schnitt der Huthaut und
betrachte es in 10%igem Ammoniak. Benutze kein KOH, außer bei sehr
altem Material, welches nicht auf Ammoniak anspricht
|